Die Geschichte des Spielmannzuges

 

Wenn vom Schießverein Papenburg die Rede ist, denkt jeder der den Verein kennt, auch automatisch an den Spielmannszug. Seit Jahrzehnten ist der Spielmannszug der Repräsentant des Schießvereins in und außerhalb Papenburgs. Auf vielen Schützenfesten der näheren und weiteren Umgebung sind die Auftritte des Spielmannszuges fester Bestandteil der Festfolgen.

 

Dieses Kapitel ist den Frauen und Männern gewidmet, die in vielen Jahren Sonntag für Sonntag für und mit dem Spielmannszug und damit für den Schießverein unterwegs waren. Die Geschichte des Spielmannszuges beginnt am 12.02.1927. An diesem Samstagabend trafen sich aufgrund eines Vorstandsbeschlusses in der Schankwirtschaft Hartkens, Bethlehemkanal, mehrere junge Männer und gründeten das „Trommler- & Pfeifferkorps des Schießvereins".

 

 

Auf einem Bild von 1927/28 finden wir die erste Besetzung mit folgenden Spielleuten:

Gerhard Kleene, H. Eichhorn, Tambourmajor Karl (Kalli) Seitz (sein Bruder Hermann war der 2. Tambourmajor vor dem 2. Weltkrieg), Gerhard Pelken, Hermann Stell, Konrad Potthast, Heinrich Nee (er wurde nach dem 2. Weltkrieg der 1. Tambourmajor im wiedergegründeten Spielmannszug), Wübbertus Kleinhaus, Job Kleinhaus, Heinrich Schulte und Bernhard Lüppens.

 

Bereits beim Schießfest 1927 absolvierte das „Trommler- & Pfeifferkorps" beim Festumzug seinen ersten Auftritt. Über die weiteren Besetzungen, Übungsabende, Auftritte außerhalb Papenburgs ist leider nichts mehr bekannt. Es ist allerdings davon auszugehen, dass das Korps zumindest bei den Vereinen im südlichen Ostfriesland aufgespielt hat, weil der Schießverein bereits damals zu einigen ostfriesischen Schützenvereinen Kontakte unterhielt und regelmäßig mit Abordnungen an deren Festen teilnahm.

 

Leider endete die Geschichte des ersten Spielmannszuges ebenfalls mit der Zwangszusammenlegung mit dem Schützenverein. Im Dezember des Jahres 1933 mussten alle Spielleute ihre Instrumente abgeben. Sie wurden der damaligen Hitlerjugend für deren Aufmärsche übergeben.

 

Bis zum nächsten Auftritt sollten mehr als 18 Jahre vergehen.

 

Nachdem sich der Schießverein 1951 wiedergegründet hatte, sollte aufgrund eines Vorstandsbeschlusses auch der Spielmannszug neugegründet werden und an alte Zeiten anknüpfen. So trafen sich unter Beteiligung des Vorstandes am 12.01.1952 junge Männer im Vereinslokal Rüther-Berlage und gründeten den „Spielmannszug des Schießvereins Papenburg von 1924 e.V."

 

Als Gründungsmitglieder sind vermerkt: 

Johann Ennenga, Umländerwiek; Theodor Tietjen, Birkenallee; Hermann Nee, Splitting; Anton Hillebrandt, Bethlehem; Theo Heyen, Bethlehem; Theo Rodel, Bethlehem; Tobias Eden, Birkenallee; Josef Klevorn, Erste Wiek; Hermann Halwas, Bethlehem; Heinrich Wessels, Splitting; Heinrich Beckmann, Bethlehem; Gerhard Kruse, Bethlehem; Wolbert Evers, Bethlehem; Heinrich Brelage, Bethlehem und Anton Nee, ebenfalls Bethlehem.

 

Bereits beim Schießfest im Juni 1952 absolvierte diese junge Truppe um Gerhard Potthast und Heinrich Nee ihren ersten Auftritt. Die alten Spielleute bzw. die älteren Mitglieder werden sich sicherlich noch an Gerhard Potthast und Heinrich Nee erinnern. Gerhard Potthast war erst spät aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt und hatte obendrein noch eine schwere Kriegsverletzung mit nach Hause gebracht. Trotz dieser Behinderung übernahm er die Ausbildung der Trommler und wirkte auch bei den Auftritten des Spielmannzuges mit, während Heinrich Nee die Flötisten ausbildete und als Tambourmajor fungierte. Aufgrund seiner schweren Verletzungen war aber die Gesundheit von Gerhard Potthast so angeschlagen, das der Tod ihn bereits 1954 aus der Gemeinschaft seiner Spielleute riss. Mit ihm verlor der Spielmannszug einen großen Freund und Förderer und der Schießverein einen seiner Mitbegründer. Auch Heinrich Nee, der dann die Gesamtleitung übernahm, konnte dieses Amt nur kurze Zeit ausüben. Krankheitsbedingt musste er einige Monate später seinen Posten zur Verfügung stellen. Für ihn kam dann Richard Hannen aus Völlenerfehn, der bis 1957 die Leitung des Spielmannszuges übernahm. Als dessen Nachfolger schwang danach Anton Hövelmann vom Birkenweg bis 1961 den Tambourstab.

 

Auftritte absolvierte der Spielmannszug nicht nur beim Schießfest sondern auch auf den Schützenfesten in Aschendorf, Papenburg,Völlenerfehn, Börgermoor und Großwolderfeld. Es war eine wilde und schöne Zeit, mit guter Kameradschaft. Es war auch damals wie heute nicht immer einfach für die Freundinnen, Bräute und Frauen der Spielleute. Viele Sonntage Jahr für Jahr warteten sie auf ihre Männer.

 

Zu Beginn der Sechziger Jahre, stellte sich eine gewisse Müdigkeit ein. Nachdem bei  der Gründung 1952 fünfzehn Mitglieder  dabei gewesen waren, stieg diese Zahl  1957 sogar auf 24 Mann an. Im Jahre 1961 waren davon nur noch 13 Mann übrig geblieben.

 

Im Thronjahr 1960/61 war die Frau des Tambourmajors, Maria Hövelmann, Königin des Schießvereins und Anton Hövelmann gehörte als Ehrenherr der Throngemeinschaft an. Er hatte den Spielleuten die Zusage gegeben, am Schießfest 1961 während des Festzuges den Spielmannszug anzuführen und sich erst nach dem Festzug der Throngemeinschaft anzuschließen. Diese Zusage zog er 2 Wochen vor dem Schießfest überraschend zurück. Da sich bei den Spielleuten niemand fand, der bereit war, diesen Posten zu übernehmen, war guter Rat teuer. Und wer wurde neuer Tambourmajor?

 

Nun die meisten werden es wissen, wer es noch nicht weiß, dem sei es hiermit erzählt: Andreas Schulte, unser 1. Vorsitzender, damals noch Schriftführer übernahm die Leitung des Spielmannszuges und tatsächlich - es ging bergauf. Er führte regelmäßige Übungsabende ein und trieb den personellen Ausbau voran. Natürlich war er kein Spielmann. Als er das Amt übernahm, wurde er so richtig ins kalte Wasser geworfen. Auf jeden Fall ging es wieder mit dem Spielmannszug aufwärts. Bisher waren die Auftritte bei den Vereinen im südlichen Ostfriesland absolviert worden. 1960 ging es erstmals nach Dersum und Heede unter der Leitung von Andreas Schulte. Bis Mitte der Sechziger Jahre kamen regelmäßige Auftritte in Neudersum, Rhede und Neurhede hinzu. Weitere Auftritte kurzfristiger Art in Dörpen, Lathen-Dünefehn, Detern-Stickhausen, Völlenerkönigsfehn und Börger sowie Altharen-Erika.

 

Ein besonderer Auftritt fand im Jahre 1965 statt. Beim Herbstwandertag in Onstwedde (Holland) musste der Spielmannszug während des Tages die einzelnen Wandergruppen aus dem Dorf und die Rückkehrer ins Dorf zurück begleiten. Nach Aussage eines damaligen Teilnehmers (Willm Kröger) kamen dabei an diesem Tage etwa 40 km Marschlängezusammen. Eine Veranstaltung privater Natur fand Mitte der Sechziger Jahre am 01. Mai statt. Der Spielmannszug traf sich morgens um 06.00 Uhr zu einem Maigang beim Lebensmittelgeschäft Bertus Lenger und marschierte dann quer übers Obenende zurück. Es soll recht feuchtfröhlich dabei zugegangen sein.

 

Auch ein erfolgreicher Trainer hat zwischendurch eine Durststrecke zu überwinden. Es war Ende der Sechziger Jahre und wie aus der Vereinsgeschichte bekannt ist, stand der Verein kurz vor dem Aus. Dies blieb nicht ohne Einfluss auf den Spielmannszug der nur noch 20 Mitglieder zählte. Nachdem der Verein bei der Gaststätte Heyen eine neue Heimat gefunden hatte, wurden alle Vereinsmitglieder angeschrieben, um neue Spielleute anzuwerben.

 

Unter dem Vorsitz von Tambourmajor Andreas Schulte gegen Widerstände von Vorstand und einigen Teilen des Spielmannszuges selbst, wurde dann die Idee verwirklicht, eine Damengruppe in den Spielmannszug zu integrieren. Es war nicht einfach, die Finanzierung für neuen, zusätzlichen Uniformen der jungen Damen auf die Beine zu stellen, aber durch verschiedene Spenden sowie Eigenbeteiligung der Mädchen gelang es doch. Außerdem mussten noch zusätzliche Instrumente angeschafft werden. Aber auch diese Hürde wurde überwunden und die Zeit von Ende 1970 / Anfang 1971 intensiv für einen Neuanfang und des Training genutzt.

 

Es war ein Novum für den Schießverein und auch für Papenburg, als der Spielmannszug mit seinen jungen Damen seine ersten Auftritte absolvierte. Aber es war und ist auch heute noch immer ein schöner Anblick, wenn der Spielmannszug marschiert. In diesen Jahren übernahmen Willm Kröger die Ausbildung der Flötisten und Wilhelm Potthast die der Trommler.

 

Neben den Auftritten beim Schießfest sowie etlicher Schützenfeste, nahm der Spielmannszug erstmals am Fest des Reit- und Fahrverein Ihrhove sowie beim Gauschützentreffen in Osnabrück teil. Auch weitere Anschaffungen konnten in diesem Jahr noch getätigt werden. Neben Regenmäntel wurden neue Herrenjacken gekauft. Dazu Stadtwappen für die Uniformjacken. Als Sponsor hierfür konnte der damalige Bürgermeister Godfried Meyer gewonnen werden. Erstmals nach längerer Abwesenheit fand 1972 wieder ein Auftritt in Rhede statt.

 

Mit der Gründung der Damengruppe ging es mit dem Spielmannszug weiter bergauf. Die Jugend nahm Anteil am Geschehen des Schießvereins, besuchte die Schießfeste und war im Spielmannszug und in den Schießgruppen aktiv. 1974 fand ein Konzert vor der Michaelkirche und im gleichen Jahr fand ein Auftritt in Bissendorf statt. Im gleichen Jahr feierte der Schießverein sein 50 jähriges Bestehen. Im darauffolgenden Jahr fand ein Konzert vor der St.-Josef-Kirche statt.

 

Durch den Erwerb weißer Hosen konnte die Ausstattung der Spielleute verbessert werden. Auch 1976 war ein aktives Jahr. Neben den Auftritten bei befreundeten Vereinen war der Spielmannszug bei einigen weiteren Veranstaltungen dabei. So beim 25 jährigen Bestehen des Schützenvereins Neudersum, bei der Einweihung, Neugestaltung „Alter Turm" und beim Feuerwehrfest in Börgermoor. Im folgenden Jahr, wir schreiben das Jahr 1977, feiert Aschendorf „1225 Jahre Aschendorf" und der Spielmannszug feiert ebenfalls mit. Außerdem finden Auftritte beim Jubiläum der Kolpingfamilie und beim Tag der Flotte statt.

 

Vier Ereignisse sind 1978 zu vermelden. So ist die Anschaffung der Standarte möglich. Sie wird zum Preise von 1850,- DM erworben und es können 6 Marschtrommeln und 26 Querflöten gekauft werden. Außerdem ist man beim Vertäfeln des Schießstandes und beim 100 jährigen Bestehen der Feuerwehr Papenburg dabei. Der Höhepunkt des Jahres 1979 wird allen, die dabei waren, noch in guter Erinnerung sein. Es ist die Rede von der Schallplatten Aufnahme „Klingende Grüße aus Papenburg".

 

Natürlich gab es auch in diesem Jahr 2 große Jubiläen zu feiern. Einmal 1125 Jahre Dörpen und zum anderen 1150 Jahre Rhede. 1980 spielte der Spielmannszug zum 2. Mal in Bissendorf und feiert beim 50 jährigen Jubiläum des Musikvereins Dersum mit. Das Jahr mit den meisten Aktivitäten, neben den Regelauftritten bei den Vereinen, war 1981. In diesem Jahr war der Spielmannszug bei der Selbstschutzwoche dabei und bei einer Veranstaltung des Lukasheims. Außerdem in der Waldschule und beim Ernteumzug „350 Jahre Papenburg".

 

Dann gab es noch einen großen Auftritt beim Jubiläumsschützenfest in Neuenkirchen. Felix Nieweler, wer ihn nicht kennt, war dort in seiner alten Heimat vor 25 Jahren schon einmal König gewesen. Die Goldene Hochzeit von Gerhard Brink und seiner Frau bildete ein weiterer Höhepunkt. In Lathen-Dünefehn fand der erste Auftritt statt und auch die Papenburger Festwochen wurden vom Spielmannszug mitgestaltet.

 

Das Jahr 1982 kam und mit diesem Jahr begann auch für den Spielmannszug eine neue Ära. Es stand ein Generationswechsel an, wie es ihn seit der Neugründung noch nicht gegeben hatte. Nach über 20 Jahren übergab Andreas Schulte seinen Tambourstab an den jungen Alois Hillebrand, der trotz seiner Jugend bereits so etwas wie ein Urstein des Spielmannszuges war. Was erzählt man von einem Mann wie Andreas Schulte? Zwei Jahrzehnte hatte er den Spielmannszug durch Höhen und Tiefen geführt und ihm seinen persönlichen Stempel aufgedrückt. Mit 13 Spielleuten fing er an und mit 58 Mitgliedern gab er ihn wieder ab. Eine Erfolgsgeschichte, die für sich spricht.

 

Einige seiner Spielleute folgten ihm in den Vorstand, z.B. Hermann Bloem, der viele Jahre als Schriftführer tätig war, Heinz-Hermann Tietjen oder Wolli Kleinhaus jun. Männer, mit denen er weitere Erfolgsgeschichten schrieb. Das Jahr 1982 hatte natürlich auch noch weitere Höhepunkte zu bieten. So wurde erstmals in jenem Jahr am Montag nach dem Schieß fest bei der „Abbruchfeier" durch den Spielmannszug gegrillt. Der Erlös geht seitdem immer in die Zugkasse. Wer erinnert sich nicht an die Blumenversteigerungen von Karl-Heinz „Orange" Schöpper? Sie sind uns allen mittlerweile zu einer lieben Tradition geworden, auf die niemand mehr verzichten möchte.

 

Auch 1983 gab es interessante Auftritte. So gastierte der Spielmannszug beim Behindertensportfest und beim 10 jährigen Jubiläum des Fanfarenzug vom Schützenverein. Weiter ging es 1984 mit Auftritten beim Tag der Flotte, beim 100 jährigen Jubiläum des Schützenverein Rhede, bei der 200-Jahr-Feier St. Michael und natürlich beim 60 jährigen Bestehen des Schießvereins. Etliche Spielleute wurden bei diesem Jubiläum für ihre Verdienste um den Spielmannszug geehrt.

 

Als Höhepunkt des Jahres 1986 ist sicherlich die Fahrt nach Berlin zu nennen. Wie zu hören war, muss diese Fahrt wohl außergewöhnlich gut gewesen sein. Nun ja, Berlin war schon damals eine Reise wert. In diesem Jahr erhielten die Damen statt der Kappen neue Schiffchen. Im Jahre 1987 ging es mit Auftritten beim Gaudamentag beim Schützenverein Papenburg und beim 10 jährigen Bestehen des Fanfaren-korps Völlenerfehn weiter. Ein Auftritt besonderer Art war der Fackelzug zum 100. Geburtstag von G. Walker.

 

Die Übungsabende mussten dann erstmals 1988 in die Bethlehemschule verlegt werden, weil sich die Räumlichkeiten beim Schießstand in einem absolut desolaten Zustand befanden.Im gleichen Jahr feierte Präsident Heinrich Schöpper mit seiner Frau Goldene Hochzeit. Beim Fackelzug zu Ehren des Jubelpaares war natürlich auch der Spielmannszug dabei.

 

Das Jahr 1989 ist für den Schießverein und Spielmannszug das Jahr Null. In diesem Jahr begannen die Arbeiten zum Bau des Schützenhofes und damit eine neue Ära. Natürlich war es für die Spielleute eine Selbstverständlichkeit beim Bau mit anzupacken. Sollte doch der Spielmannszug im neuen Schützenhof einen eigenen Übungsraum erhalten.

 

Neben den Regelauftritten gab es noch Gastspiele beim Tag der Flotte und bei der Blumenschau.

 

Mit Fertigstellung des Schützenhofes 1990 wurden erstmals getrennte Übungsabende nach Instrumentengruppen eingeführt. Auftritte gab es beim Tag der offenen Tür von der Kolpingwerkstatt und beim von-Velen-Fest. Die Einweihung des Schützenhofes mit dem Kommersabend wird sicherlich allen Spielmannszugmitgliedern sowie allen Vereinsmitgliedern in besonderer Erinnerung bleiben.

 

Im Jahre 1992 findet ein Auftritt anlässlich des Kreisschützenfestes in Rhede statt. Außerdem ist der Spielmannszug beim Stadtfest in Weener dabei und marschiert mit beim Fakkelzug zu Ehren von Bernhard Mülder und Frau, die ihre Diamantene Hochzeit feiern. Nachdem es 1993 und 1994 etwas ruhiger war, wurde es 1995 umso aktiver. Auftritte beim 75 jährigen Jubiläum des Musikvereins Dersum und des Spielmannszuges Offlum / Neuenkirchen folgten den Gastspielen bei den befreundeten Vereinen.

 

Dazu noch Auftritte bei der Eröffnung des Campingplatz Poggenpoel und beim Jubiläum des Kreuzbundes. Auch beim Prominentenfußball des SAT 1-Dream-Team wurde in diesem Jahre aufgespielt. Durch eine rührende Spendenfreudigkeit konnten neue Uniformen angeschafft werden. Im nächsten Jahr gab es sogar noch neue Hüte dazu, so dass der Spielmannszug komplett neu gekleidet beim Kreisschützenfest Dörpen auftreten konnte.

 

Der 40. Hochzeitstag von Maria & Andreas Schulte war ein weiterer, wichtiger Termin im Kalender. Endlich und heiß ersehnt gab es 1997 neue Stiefel für die Damen. Damit konnten sie endlich wieder unbeschwert beim 75 jährigen Jubiläum des MGV Aschendorfermoor und durch den Splitting marschieren, wo zu Ehren von Adelheid & Thees Jungeblut anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit ein Fackelumzug stattfand. Im Jahre 1998 gab es eine weitere Zäsur. Nach 16 Jahren als Tambourmajor übergab Alois Hillebrand, krankheitsbedingt, nach über 25 Jahren Mitgliedschaft im Spielmannszug den Tambourstab an Bernd Pasligh. Zusammen mit Reiner Jansen als Leiter bilden sie das neue Führungsteam des Spielmannszugs. Was unter der Leitung von Andreas Schulte begonnen wurde, ist von Alois Hillebrand erfolgreich fortgesetzt worden. Natürlich war und ist es nicht immer einfach jahrein, jahraus, seine Leute immer wieder zu motivieren und anzu-spornen. Aber Alois Hillebrand, wer kennt nicht seine humorvollen Jahresberichte bei den Generalversammlungen, schaffte es immer wieder, den Spielmannszug nach vorne zu bringen.

 

Natürlich kann dieses Kapitel nicht alle Begebenheiten schildern und nicht alle Mitglieder können zu Wort kommen. Aber die vorange-gangenen Seiten konnten doch einiges von den Aktivitäten und dem Leben des Spielmannszuges erzählen.

 

Es ist unmöglich alle Namen zu nennen. Dochan einige, die nicht nur Jahre sondern Jahrzehnte für den Spielmannszug marschiert sind, sollten wir uns schon erinnern. Wie z.B. an Willi Petat oder Heinrich Eden, Wilhelm Kröger und Alois Hillebrand, Felix Nieweler und Wolli Kleinhaus, die sogar heute noch dabei sind.

 

Auch war und ist der Spielmannszug stets ein Reservoir für Vorstandsleute gewesen. Zu nennen wäre da z.B. Bernhard Haskamp, der in den Sechziger Jahren als stv. Tambourmajor und 2. Vorsitzender amtierte. Oder Hermann Bloem, fast 20 Jahre fungierte er als Schriftführer oder Heinz-Hermann Tietjen, den wir seit Jahren als unseren Schatzmeister kennen. Nicht zu vergessen unseren Vorsitzenden Andreas Schulte sowie Wolli Kleinhaus.

 

Der Spielmannszug hat genau wie der Schießverein Höhen und Tiefen erlebt, aber immer dann, wenn es nicht mehr weiter ging, gab es Männer und später Frauen, die ihre Ärmel aufkrempelten und anpackten. Gemeinsam wurden dann die Probleme gemeistert.

 

Der Schießverein dankt daher allen aktiven und ehemaligen Mitgliedern für ihren persönlichen Einsatz und hofft, sie alle bei unserem Jubiläumsschießfest begrüßen zu können. Solange es Frauen und Männer gibt, die sich dem Schießverein verbunden fühlen und die Jugend an den Spielmannszug heranführen, ist der Spielmannszug auch für das nächste Jahrtausend gut gerüstet.

 

 

 

 

 Quelle: "Einigkeit ist unsere Stärke" 75 Jahre Schießverein Papenburg von 1924 e.V.